von Bodo-Klaus Eidmann
FAB-Fallschullehrgang in München-Großhadern: Rund 30 Aikidoka und Karateka trainieren die japanische Kunst des Ukemi - vom kontrollierten Abrollen bis zur fließenden Bewegung mit dem Partner.
Fallen will gelernt sein. In den Budokünsten kann die Fähigkeit, einen Sturz kontrolliert abzufangen, ganz entscheidend dazu beitragen, Verletzungen zu vermeiden. Wie sich diese Technik systematisch erlernen und in die Bewegung mit einem Partner integrieren lässt, zeigte der FAB-Fallschullehrgang am Sonntag, 25. Oktober 2026, beim TSV München-Großhadern. Rund 30 Teilnehmer aus ganz München und Umgebung waren dabei, darunter neben Aikidoka verschiedener Dojos auch einige wagemutige Karateka der SG Siemens München Ost.
Bodo-Klaus Eidmann, 4. Dan Tendoryu, vom TSV München-Großhadern von 1926, und Christian Rueß, 3. Dan Tendoryu, vom FTM München Süd vermittelten die Grundlagen des japanischen Ukemi. Dabei geht es nicht allein um das Abrollen. Entscheidend sind Körperkontrolle, der Schutz des Kopfes und die Fähigkeit, den Schwung so aufzunehmen, dass der Aufprall möglichst sicher abgefangen wird.
“Die Matte ist euer Freund, nicht euer Feind”, sagte Bodo-Klaus Eidmann. Deshalb begann das Training am Boden: Im Sitzen machten sich die Teilnehmer zunächst mit den grundlegenden Bewegungsabläufen vertraut. Erst danach folgten anspruchsvollere Übungen, die schrittweise bis zum Fallen aus dem Stand führten. Das methodische Vorgehen gab den Teilnehmern Gelegenheit, Bewegungen zu verstehen, zu wiederholen und zunehmend sicher auszuführen.
Christian Rueß vom FTM München Süd führte die Fallschule anschließend in Partnerübungen weiter. Nun stand nicht mehr nur das geschickte Abrollen im Mittelpunkt, sondern auch die Bewegung danach - und als Krönung dann noch der freie Fall mit dem Partner. Der Schwung, der beim Fall ensteht, sollte unbedingt genutzt werden, um wieder aufzustehen und unmittelbar in eine weitere Aktion überzugehen. Aus dem Fallen entstand so ein fließender Bewegungsablauf, bei dem Reaktion, Koordination und Timing gefragt waren.
Damit rückte ein zentrales Prinzip des Aikido in den Blick: Ki no Nagare, der kontinuierliche Fluss der Bewegung. Statt nach einem Sturz innezuhalten, lernen die Übenden, die Bewegung aufzunehmen und fortzuführen. Das verbindet die Fallschule mit der dynamischen Aikido-Praxis und schult zugleich das Zusammenspiel mit dem Partner.
Das Training war fordernd, doch die Konzentration ließ bis zum Schluss nicht nach. Die zufriedenen Gesichter der Teilnehmer zeigten, dass sich die intensive Arbeit gelohnt hatte. Der Lehrgang verdeutlichte, worauf es beim Ukemi ankommt: Sicherheit entsteht nicht durch Mut allein, sondern durch eine Technik, die behutsam aufgebaut, regelmäßig geübt und schließlich auch unter Bewegung zuverlässig angewendet werden kann.
Fotos: Walter Cimpoca