von Bodo-Klaus Eidmann
Zwei intensive Trainingsabende mit Lars Vollpracht (5. Dan Tendoryu Aikido) beim TSV München-Großhadern
Jüngst zeigte Lars Vollpracht, 5. Dan Tendoryu Aikido aus Aachen, in jeweils zweistündigen Trainingseinheiten beim TSV München-Großhadern eindrucksvoll auf, wie tiefgehend und zugleich praxisnah Aikido sein kann. Von der bewussten Arbeit mit dem Körper, über Ukemi, Stand und Distanz bis hin zu anspruchsvollen Partnerübungen spannte er einen Bogen, der Technik, Körpergefühl und Philosophie zu einer stimmigen Einheit verband.
An einem Freitag und Montag leitete Lars Vollpracht beim TSV München-Großhadern jeweils das Aikido-Keiko, die sowohl durch ihre klare Struktur als auch durch ihre inhaltliche Tiefe überzeugten. Sein Trainingsaufbau folgte konsequent einem Prinzip: vom Fundament zur Komplexität – vom eigenen Körper hin zur Wechselwirkung mit dem Partner.
Beginnend bei den Füßen wurden diese zunächst mobilisiert, aktiviert und vorbereitet. Darauf aufbauend folgten einfache Fallübungen (Ukemi), die Sicherheit und Vertrauen schufen. Anschließend rückten Stand (Kamae) und Distanz (Maai) in den Fokus. Zentral war dabei das feine Gespür dafür, wann man selbst das Gleichgewicht verliert – und wann der Partner aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Aus diesen Grundlagen entwickelten sich schrittweise komplexere Fallübungen mit dem Partner bis hin zu anspruchsvollen Partnertechniken, unter anderem mit dem Tanto.
Immer wieder flocht Lars Vollpracht japanische Begrifflichkeiten und philosophische Gedanken in das Training ein. Besonderen Wert legte er dabei auf Körperhaltung, Öffnung, Ausweichen und das Fallen. Gutes Aikido, so seine Überzeugung, gelingt am ehesten dann, wenn Shite dem Angreifer ermögliche, der Bewegung gut folgen zu können – und sodann das Fallen ebenso gut passieren lassen kann.
Anschaulich machte er diesen Ansatz u.a. mit Bildern aus der japanischen Kultur: Partner begegnen sich wie Spiegel, die im gemeinsamen Üben immer weiter poliert werden - klarer reflektieren. Oder wie eine Klinge, die durch den Schleifstein – im Mitwirken durch den Partner – weiter geschärft wird. Ungenügen gelte es dabei nicht beim Gegenüber zu suchen, sondern bei sich selbst. Ein Gedanke, der weit über das Dojo hinaus weise und auch im Alltag Orientierung geben könne.
Impressionen auf Social Media: Aikido in München (@aikidomuc)
Wer diesen Weg selbst erleben möchte, ist herzlich eingeladen: Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche können sich jederzeit zu einem Probetraining anmelden unter aikido@tsv-grosshadern.de. Trainiert wird in der schönen Budohalle in der Heiglhofstraße 25 in München-Großhadern, gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und U-Bahn.
Der TSV München-Großhadern, ein starker Verein im Münchner Süden, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen – und das über das gesamte Jahr hinweg. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website des Vereins unter www.tsv-grosshadern.de/100-jahre/
Fotos: Bodo-Klaus Eidmann