Samurai und Ninja

Der Bayerische Rundfunk strahlt Mitte November – Freitag,18. November, ab 18 Uhr, im Rahmen von Radio Mikro die Sendung „Samurai und Ninja“ aus. Reporter Bernhard Schulz schaute deswegen beim Lehrgang mit Robert Hundshammer (5. Dan Tendoryu Aikido / Deggendorf) in Großhadern vorbei und unterhielt sich im Anschluss mit dem Japan-Kenner Robert Hundshammer.

Worin besteht nun der Unterschied zwischen Ninja und Samurai? Auch im heutigen Japan wird jemand mit Samurai in seiner Ahnenreihe dies durchaus stolz nennen, einen Ninja, der dies tut, wird man aber kaum finden. Der Ninja war eine Art Agent, der einen Auftrag um jeden Fall erfüllen sollte – sozusagen eine Art „James Bond“.

BR-Reporter Bernhard Schulz im Gespräch mit Robert Hundshammer. Foto: Bodo-Klaus Eidmann + Lehrgangsfotos

BR-Reporter Bernhard Schulz im Gespräch mit Robert Hundshammer.
Foto: Bodo-Klaus Eidmann + Lehrgangsfotos

„Mit einem kleinen, feinen Unterschied“, so Robert Hundshammer, „ein Ninja war ein Mörder – er hatte keine Ehre“. Ging es darum einen Oberbefehlshaber aus dem Weg zu räumen, dann war dem Ninja dazu jedes Mittel recht. Ob eine vergiftete Blume, eine Sprengfalle oder ein Giftpfeil, der Ninja wählte je nach Situation sein Mittel aus. Modernen Ninjas in den Unterhaltungsmedien wie die „Ninja Turtels“ haben da natürlich eine ganz andere Ausprägung. „Es gab aber auch Samurai, die gleichzeitig Ninja waren“, so der Aikidomeister aus Deggendorf. Und viele Herrscher bedienten sich auch dem Können der Ninja, um ihre Ziele zu erreichen. Das sei im Vergleich mit dem europäischen Mittelalter nicht viel anders gewesen. Auch da gab es Spezialeinheiten,die hinter den Linien des Feindes operierten. Hatte ein Ninja keinen Erfolg oder wurde gefangen genommen, wurde beispielsweise seine Familie bestraft. Kein Wunder, dass ein Ninja lieber unbekannt blieb, im Verborgenen arbeitete und somit weder Ruhm, noch Ehre ernte. Ganz anders der Samurai, der dem europäischen Ritter zu vergleichen war. Er nannte vor einem Kampf offen seinen Namen und verließ sich auf seine traditionellen Waffen. So konnte er sich und seiner Familie Ehre machen.

Wie führe ich die Hand? Robert Hundshammer bei einem Eingang zum Ikkyo.       Foto: Bodo-Klaus Eidmann

Wie führe ich die Hand? Robert Hundshammer bei einem Eingang zum Ikkyo.      
Foto: Bodo-Klaus Eidmann

Das heutige Aikido hat laut Robert Hundshammer seine Wurzeln in den Techniken der Samurai. Übrigens: Die Techniken der Samurai und der Ninja ähneln sich teilweise durchaus.

Trainer tranieren mit Trainern! Robert Hundshammer mit Aikido-Trainer Günter Karger vopm TSV Großhadern.   Foto: Bodo-Klaus Eidmann

Trainer tranieren mit Trainern! Robert Hundshammer mit Aikido-Trainer Günter Karger vopm TSV Großhadern.  
Foto: Bodo-Klaus Eidmann

Aikido-Begründer Morihei Ueshiba verstand es nach dem II.Weltkrieg das moderne Aikido aus alten Techniken zu formen. Ein Angreifer wird mit seiner eigenen Energie kontrolliert und zu Fall gebracht. Das erklärte Ziel ist es nicht, den Angreifer zu zerstören. Aikido lässt sich nur zusammen mit einem Partner und unter der Anleitung eines Meisters erlernen.                                            

Bodo-Klaus Eidmann

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