„Aikido und Männer“ nicht „Aikido für Männer“! Die kleine Rubrik auf der Aikido-Homepage des TSV Großhadern lautet ganz bewusst nicht „Aikido für Männer“, sondern eben „Aikido und Männer“. Aikido will Menschen ganz im Geiste seines Begründers Morihei Ueshiba zusammenbringen und nicht viele kleine Gruppen schaffen und somit vielleicht sogar auseinanderbringen. Die Ursprünge des Aikido liegen im Aiki-Jutsu, einer Kriegskunst von Samurai für Samurai, von Männern für Männer, in einer hochgradig hierarchischen Gesellschaft. Aikido heute ist ganz anders – offen für alle, die sich auf Aikido und vor allem auf sich selber einlassen wollen.

 

Männer haben meist mehr physische Kraft als Frauen – Kraft, die sie gerne einsetzen, vor allem wenn eine Technik gerade eben nicht geht. Man muss lernen, an sich selber zu arbeiten – und vor allem nicht in angelernte Rollenmuster zu verfallen. Beim Aikido geht es NICHT darum, Kraft mit Kraft zu beantworten, sondern mit einer Idee zu wachsen, die genau konträr dazu ist. Selber fallen und nachgeben zu können, Kräfte fühlen und zusammenbringen zu können, für sich selber und den anderen verantwortlich sein und letztlich adäquat auf einen Angriff zu antworten. Vielfältige Qualitäten sind es, die „Mann“ lernen kann, wenn er sich auf den Weg des „Aiki“ begibt wie zum Beispiel ...

 

Bodo-Klaus Eidmann (3. Dan Tendoyru Aikido)

Günter mit Bodo

Günter mit Bodo

„Ganz einfach - Aikido-Bewegungen sind wunderschön und faszinierend! Wenn ich etwas nachdenke, möchte ich meine Bewegründe wie folgt skizzieren: Ich mache Aikido, weil ich dadurch weicher und stärker werde. Das sind keine Gegensätze, denn im Rahmen meines Redakteurberufes muss ich viel vor dem Computer arbeiten oder im Auto sitzen und so wird der Körper eben schnell steifer. Stärker werde ich vor allem geistig durch das Aikido, denn es hilft mir, mich selber zu überwinden – auch wenn mein Körper eben steifer geworden ist, ins Training zu gehen und ihm eben etwas Gutes zu tun.

Durch einen starken Geist wird auch mein Körper wieder stärker. Wer länger Aikido betreibt, wird feststellen, dass der geistige Aspekt noch viel weiter geht. Im Privaten, ebenso wie im Beruf hilft es mir, mich auch in andere versetzen zu können, gemeinsame Lösungen mit anderen zu entwickeln und ganz im Sinne des Aikido für „Konsens“ zu sorgen. Aikido ist wie das Besteigen eines hohen Turms, Wer nur den hohen Turm sieht, fühlt sich abgeschreckt. Wer dagegen Stufe um Stufe emporsteigt, kommt voran bzw. entwickelt sich eben weiter. Ganz in diesem Sinne ist es es mir auch noch einigen Jahren der Aikido-Praxis noch nicht langweilig geworden ….“


Stefan Stamm, (3. Kyu Tendoryu Aikido)

Igor mit Gudrun

Igor mit Gudrun

„Aikido macht einfach Spaß! Schon als 10-Jähriger habe ich Feuer gefangen und bin seitdem vom Budo-Sport begeistert. Beim Judo habe ich es bis zum 1. Kyu gebracht; allerdings hat mich nie der Wettkampf gereizt. So bin ich zum Aikido gekommen. Die Faszination „Aikido“ setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen: Zum einen reizt mich das Traditionelle am Aikido - nicht nur das Tragen eines Hakama ist etwas Besonders, vielmehr ist Aikido eine echte Kampfkunst. In der Praxis lernt man eine Selbstverteidigung, bei der man sich auch noch elegante bewegt – das ist beim Aikido eben kein Widerspruch. Für mich ist Aikido ein idealer Ausgleich zum täglichen Bürojob, denn die Körperbeherrschung, die man lernt, bringt einem auch sonst viel. Am Anfang fühlt man sich bei machen Bewegungen wie ein Anfänger; kein Wunder, denn man bildet bei der Koordination der rechten und linken Körperhälfte neue Verbindungen zwischen den Hirnhälften (dafür braucht es nicht Life-Kinetik :-)). Ganz persönlich habe ich – nur als Beispiel - seitdem ich Aikido praktiziere, keine Probleme mehr mit meiner Halswirbelsäule. Die Nachwirkungen eines Unfalls sind komplett verschwunden. Zudem schätze ich den netten Kontakt in der Aikido-Truppe.